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RAGAZZI

Das Debüt "In Dialogue With The Moon" (2001) war schon eine positive Überraschung, wieviel mehr ist es diese leider nur 10 Minuten lange Vinyl-Single! Jede Seite hat einen Track, der erste um 6, der zweite um 4 Minuten lang. Wenig leider, aber schön, überhaupt wieder von der begabten Band zu hören. Circles End sind professioneller, reifer geworden. Gerade das erste Stück, "Echoes", beweist dies. Die ausgezeichnete (eigene) Komposition, dramatisch und vital, emotional und komplex, hat ungemein kraftvolle Spannungsbögen, wechselt von fragilen Momenten in harten Rock, präsentiert kräftige Jazz-Farben in heftigem progressiven Spiel. Geradezu meisterhaft dieses überraschende Stück, das sich nicht in herkömmlicher Struktur präsentiert, obschon Strophe und Refrain ihre Zeit perfekt eingebunden einfordern. "Long Shot" ist insgesamt liedhafter, lyrischer und einfacher. Aber auch diese, leicht düstere, Komposition pflanzt sich tief in die Sinne. Hier ist die Schlagzeugarbeit konventioneller, flotter. Trotzdem transportiert sich malerisch progressives Flair. Vor allem Sänger Karl Riis Jacobsen schreibt sich mit seinem Gesang tief ins Gedächtnis. Sicher liegt das auch daran, dass seine Stimme der von REM-Süßholzraspler Michael Stipe ähnlich ist. Die instrumentale Abteilung ist mit Omar Emanuel Johnsen (g), Trond Lunden (g), Audun Halland (key, synth), Patrick Wilder (b), Jarle A. Pettersen (dr) und Jon Trygve Olsen (sax) bestens bedient. Nie gehen Circles End sehr schräg vor, auch sind ihre Ideen nicht besonders expressiv oder wild. Im Gegenteil, sie holen aus harmonischen Kompositionen in dynamischem Spiel viele Facetten ans Tageslicht. Sie verstehen es, die Songs ungemein lebendig und nachvollziehbar zu gestalten. Leider nur ein kurzes Werk. Vollständige Hochachtung! VM.