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RAGAZZI

Und da ist es nun, das vollständige Album zur im letzen Jahr veröffentlichten Single. Die norwegischen Progressive Rocker von Circles End gehen wie schon auf dem Debüt eher ungewöhnlich vor. Weder gleichen ihre Songs typisch skandinavischen Modellen noch anderen progressiven Bands. Am ehesten dürften Echolyn oder Land Of Chocolate als etwaige Parallelen herhalten, ein zarter Hauch von Gentle Giant schwebt am Horizont und eine dicke Wolke von R.E.M. hängt schwer über der Band. Das liegt einzig an der Stimme des Leadsängers Karl Riis Jacobsen, der für den Wuchs seiner Stimmbänder gewiss nicht kann, sie aber doch voll Vertrauen einsetzt.

Musikalisch haben Circles End keinen weiteren Vergleich mit R.E.M. Ihre komplexen Stücke sind eigenwillig, zuhöchst ansprechend und verblüffend. Der Wechsel zwischen den vokalen und instrumentalen Passagen ist erstaunlich. Die instrumentalen Parts selbst markant, sympathisch und überzeugend perfekt. Die Harmonie in der Band muss stimmen, sonst würde sich diese hochkarätige Qualität aus dem Kosmos der Musik nicht in die Köpfe der Musiker geladen haben.

Neben Karl Riis Jacobsen stehen Omar Emanuel Johnsen (g), Trond Lunden (g), Audun Halland (key, org, synth), Patrick Wilder (b, ce), Jarle A. Pettersen (dr, perc) und Gast Jon Trygve Olsen (sax) für Circles End. "Hang On To That Kite" ist die zweite vollständige Produktion der Norweger, die 1998 bereits eine EP veröffentlicht hatten. Die 9 eher kurzen Songs sind songdienlich angelegt, verbringen viel Zeit mit Vocals, die allerdings sehr interessant angelegt worden sind. Progressive und jazzige Harmonien gestalten die Harmonien und variationsreichen Melodien, während die Stimme nonchalant durch diese reichhaltigen Arrangements gleitet.

Symphonisch-bombastische Höhepunkte, dann doch skandinavisch schwer und düster, machen große Lust auf mehr. Die Band hält sich, was Härte angeht, stets zurück und präsentiert ihre Songs entspannt und genüsslich unverkrampft. Wenn die instrumentale Seite auch vernachlässigt wurde, eröffnen sich da genügend fabelhafte Momente, die die Platte zum Kauftipp machen. Allein die Wechsel der Harmonien, die ineinander gleitenden Melodieflächen machen süchtig. Anspieltipps: "Echoes", "Long Shot" oder das instrumentale "The Dogfather Has Entered The Lift". Schönes Teil!